Über uns

Holzwärmegenossenschaft Rafz (HWG)

Die Holzwärmegenossenschaft Rafz wurde am 24. Mai 1994 gegründet. Auf dem SIG-Areal in Rafz wurde die bestehende Holzfeuerung der SIG übernommen. Die Gemeinde erstellte daneben einen Bodensilo, mit 190 m3 Inhalt. Ziel war es, mit Grünschnitzeln der Gemeinde Rafz und den Hobelspähnen und dem Sägemehl der SIG oder damaligen HIAG Imballegno die Heizung zu betreiben. Das Fernwärmenetz wurde 1994 – 2004 mit dem alten Heizkessel (1980) von 3,6 MW-Heizleistung betrieben. 2002 stand der Vorstand vor der Entscheidung einen neuen Heizkessel zu bauen, da der bestehende Kessel nicht mehr den Vorschriften entsprach. Im Juni 2003 wurde dann ein neuer Heizkessel der Firma Schmid mit 2,0 MW Leistung in Betrieb genommen. Der damalige Anschlusswert lag bei 470 kW für die Industrie und bei 650 kW für die Fernwärmenetzbezüger. Heute, 24 Jahre nach Inbetriebnahme des Fernwärmenetzes ist die Leistung stark angestiegen. Im Industrieareal wird momentan fast keine Wärme mehr benötigt, dafür werden 2.4 MW Heizleistung an das Fernwärmenetz abgegeben.

2010 war ein wichtiges Jahr für die Holzwärmegenossenschaft. Sie konnte das Areal mit der Heizzentrale von der SIG käuflich erwerben und das bisherige Baurecht beenden. Zugleich kaufte sie das Land auf dem 2011 der neue Schnitzelschopf mit einem Schnitzelvolumen von 3‘200 m3 erstellt wurde. Heute sind über 398 Wohnungen und 8 Gewerbe- und Industriebetriebe sowie 8 öffentliche Gebäude am Netz angeschlossen mit einer Gesamtleistung von über 2.5 MW. In der Heizzentrale wird der Winterbetrieb mit einem 2 MW und der Sommerbetrieb mit einem 900 kW Schnitzelkessel abgedeckt. Zusätzlich ist im Schulhaus Schalmenacker ein 1.5 MW Oelkessel für ev. Notfälle eingebaut. Das momentane Leitungstrasse beläuft sich auf 7.9 km Länge.

Niemand kann heute die 11 Meter hohe Schnitzelhalle mit seinen zumeist aus Föhrenholz bestehenden Wänden, neben dem Bahngleis am Bahnhof Rafz, übersehen. Durch die Lagerung der Schnitzel in der Halle, erzielt die Holzwärmegenossenschaft einen guten Trocknungsgrad der Schnitzel sowie einen höheren Wirkungsgrad bei der Verbrennung und hilft somit CO2 neutral Wärme zu produzieren. Je nach Winter, Kälte und Anschlussbezügen, wird pro Jahr ca. 6‘000 -8'000 m3 Schnitzel benötigt.
Im Jahre 2012 wurden zusätzlich 2 Heizungsspeicher mit je 50‘000 Liter Wasserinhalt eingebaut. Diese werden regeltechnisch max. auf 92° geladen und dementsprechend in Spitzen-Energiezeiten wieder entladen. Sie dienen auch als Energiespeicher bei kleineren Störungen an den Heizkesseln.
Im 2013 wurde das gesamte Regel- und Steuerungssystem in allen Schaltschränken erneuert. Alle Umwälzpumpen wurden neu mit Frequenzumformern ausgerüstet und die Druckregelung auf dem Netz wurde auf den neusten Stand gebracht.
Im Jahr 2014 konnten wir noch den letzten Teil des Grundstückes käuflich erwerben und den Platz vor dem Schnitzelschopf und der Heizzentrale ausbetonieren und optimieren.

Im Jahr 2015 wurde das HWG-Gelände eingehagt und mit einem Rolltor versehen, damit die SUVA-technischen Richtlinien betreffend Sicherheit eingehalten werden können. Zusätzlich wurde der Rückbau der alten Kesselanlage aus dem Jahre 1984 veranlasst und die Betonfundamente für den neuen Kessel erstellt. Im 2016 wurde dann eine 900 kW Schnitzelkessel-Vorschubrostfeuerung der Firma Schmid AG eingebaut. Ebenfalls musste passend dazu eine Feinstaubfilteranlage und ein neues 20 m hohes Abgasrohr mit drehzahlreguliertem Ventilator gebaut werden.

Während des Umbaus wurden für beide Kessel eine neue automatische Aschenaustragung installiert. Im Weiteren wurden beide Kessel mit der neusten Regel- und Steuereinheit versehen.

Installationsmässig musste die gesamte Hydraulik der Speicherbewirtschaftung und die Einbindung der Unterstation neu angepasst werden.

Im 2017 wurde der 2MW Schnitzelkessel ebenfalls mit dem neusten Feinstaubfilter der Firma Meister AG ausgerüstet. Mit diesen abgeschlossenen Arbeiten und Optimierungen können nun alle gesetzlichen Vorschriften erfüllt werden.

Per 15. Juni 2018 wurde die HWG Rafz informiert, dass das gesamte SIG Areal per 25. Mai 2018 an die

Sh Vision AG
Tannewäg 26
8197 Rafz

verkauft wurde. Die neuen Besitzer planen eine Erschliessung des Areals für Industrie-bauten. Da das ganze Areal laut kommunaler Energieplanung von Rafz im Prioritätsgebiet der HWG liegt und alle neuen Gebäude mit Fernheizung erschlossen werden müssen, geht
es bereits mit der neuen Planung des Fernwärmenetzes im Areal Rafz Süd weiter.

Es ist vorgesehen, je nach Wärmelieferverträgen und Wärmebezügern die neue Erschliessung inkl. einem 3. Kessel mit Kaminanlage zu planen. Da das alte 30m hohe Backsteinkamin ja ein Wahrzeichen des ehemaligen SIG Industriegebietes von Rafz war, entschloss sich der HWG Vorstand, das alte Kamin Innen und Aussen zu sanieren und es soweit fertigzustellen, dass ein 3. Heizkesselanschluss durch den Einbau eines neuen innenliegenden Stahlrohres möglich ist.

So konnten 3 Ziele miteinander erreicht werden:

- das Industriedenkmal konnte erhalten werden
- Rafz Süd hat ein tolles Vorzeige-Objekt
- der Kamin ist soweit fertiggestellt, dass nur noch das Innenrohr für den 3. Heizkessel eingebaut werden kann

Sie sehen, Stillstand ist Rückschritt, darum sind wir schon mit der Planung der zukünftigen Gesamtanlage auf diesem Areal beschäftigt.

Freuen wir uns auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit des Vorstandes mit der Gemeinde
Rafz, dem Werk- und Forstbetrieb, der neuen Eigentümergemeinschaft Rafz-Süd und allen Genossenschaftern und Wärmebezügern.

Ihr Technischer Delegierter
Hans Dünki
 


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